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News Juli Was lohnt sich mehr – Gehaltserhöhung oder ein Benefit in Form eines Dienstwagens?

Zögern Sie, was Sie wählen sollten? In unserem Artikel und im begleitenden Video betrachten wir dieses Thema sowohl aus der Sicht des Arbeitnehmers als auch des Arbeitgebers.

 

Frau Kyselova, Sie sind Steuerberaterin bei Grant Thornton: was ist vorteilhafter, Gehaltserhöhung oder Dienstwagen?

Meine erste Antwort hat nichts mit steuerlichen Überlegungen zu tun. Viele leitende Mitarbeiter freuen sich über einen Dienstwagen mehr als über eine Gehaltserhöhung, wenn sie das Auto auch zu Privatzwecke nutzen können. In unserer Gesellschaft ist das Auto immer noch eine Sache des gesellschaftlichen Status. Es verbessert das Ansehen. Also ein Benefit im Form eines Autos macht immer Freude und ist für den Mitarbeiter eine gute Motivation. Diese Form bring Vorteile auch dem Arbeitgeber.

 

Ja das verstehe ich, aber rechnet sich das auch?

Das rechnet sich unter Garantie, jedenfalls einmal für den Arbeitnehmer. Laut Statistik geben die Slowaken für den Betrieb eines Mitteklassewagens, alles zusammengerechnet Wartung, Reparatur, Versscherung und Mautgebühren, etwas mehr 400 EUR pro Monat aus.

 

Demgegenüber trägt die Kosten eines Dienstwagens zur Gänze der Arbeitgeber, das heißt der Arbeitgeber zahlt den Kaufpreis und trägt im Regelfall alle laufende Kosten.

 

Dafür versteuert der Dienstnehmer den Vorteil der privaten Nutzung. Das slowakische Steuerrecht ist da großzügig und berechnet den monatlichen Vorteil der privaten Nutzung lediglich mit 1% des Anschaffungspreises des Autos inklusive MwSt.  Zudem vermindert sich dieser Wert jährlich um 12,5%, weil das Auto älter wird.

 

Was heißt das konkret? Können Sie ein Beispiel geben?

Bei einem Mittelklassewagen, der 18 000 EUR kostet, beträgt die monatliche Belastung des Dienstnehmers mit Steuern und Abgaben, in den ersten 5 Jahren durchschnittlich 40 EUR pro Monat. D.h. der Dienstwagen ist für den Arbeitnehmer monatlich um rund 360 EUR billiger als ein Privatauto. Wir sprechen natürlich über eine übliche Nutzung und Abnutzung.

 

Das klingt überzeugend, aber rechnet sich das auch für den Dienstgeber?

Ich denke ja. Lassen Sie mich das kurz erklären. Bleiben wir bei dem Dienstwagen mit einem Kaufpreis von 18 000 EUR. Vergleicht man den jährlichen Sachbezug für die private Nutzung durch den Dienstnehmer mit einer äquivalenten Gehaltserhöhung von 2160 EUR jährlich (180 EUR monatlich), zeigt sich:

 

In den ersten 8 Jahren, das entspricht der durchschnittlichen Lebensdauer eines Autos, betragen die Sozialabgaben des Dienstgebers für die Gehaltserhöhung insgesamt 6083 EUR, die Privatnutzung des Autos, für die der Dienstageber Sozialabgaben zahlen muss, kostet ihn im gleichen Zeitraum 3421 EUR.

 

Das heißt der Dienstgeber erspart sich in diesem Zeitraum immerhin Sozialabgaben von insgesamt 2 662 EUR. Allerdings ist bei dieser Rechnung nicht berücksichtigt, dass der Dienstgeber sämtliche Kosten des Autos tragen muss.

 

Was heißt das jetzt für die Praxis, wann macht der Dienstwagen wirklich Sinn für den Arbeitgeber?

Meine Schlussfolgerung ist: Ein Dienstwagen ist dann sinnvoll, wenn das Auto die Mobilität eines Dienstnehmers erhöht oder für die Ausübung des Berufs Vorteile bringt. Ich rede nicht von Mitarbeitern im Vertrieb, die ohne Autos sowieso nicht arbeiten können. Fest steht, da die Privatnutzung eines Autos für Dienstnehmer und Dienstgeber steuerlich vorteilhafter ist als eine Gehaltserhöhung im gleichen Ausmaß. Das sollte im Flottenmanagement von Unternehmen berücksichtigt werden.

 

Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren und über die Einführung dieses Vorteils in Ihrem Unternehmen nachdenken, können wir analysieren, wie viel Sie an Steuern und Abgaben sparen würden.