Wir verwenden Cookies, um die Nutzung dieser Webseite zu erleichtern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

News November Steuerliche Änderungen für Unternehmen in parlamentarischer Behandlung

Die derzeit im Parlament behandelte Novelle des Einkommensteuergesetzes bringt weitreichende Änderungen für Unternehmen, die wir für Sie kurz zusammengefasst haben. Die Gesetzwerdung bleibt abzuwarten.

 

Wesentlichste Änderungen für juristische Personen:

    • Superbonus für Forschung und Entwicklung wird auf 100% erhöht
      • Erhöhung des Superabzugs bis zu 100% der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Bis 2017 nur in Höhe von 25% der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. 
  • Einführung der Patentbox - Steuerfreiheit für Lizenzeinnahmen
    • Die Patentbox ist eine bekannte Form der Förderung auch in westeuropäischen Ländern, deren Ziel in der Anlockung der Forschung und Entwicklung in die inländische Wirtschaft besteht. Die slowakische Patentbox besteht in der Befreiung der Einnahmen von Gesellschaften in Höhe von 50% der Entgelte für die Zurverfügungstellung von Rechten (Lizenzgebühren) für die Nutzung registrierter Patente, Nutzungsformeln, die das Ergebnis der Forschung und Entwicklung sind und Computerprogrammen, die das Ergebnis der eigenen geistigen Schaffungstätigkeit des Steuerzahlers sind und dem Urheberrecht unterliegen 
    • Die Befreiung kann nicht auf Einnahmen aus ausschließlich gekauften Patenten, Nutzungsformeln, Designs oder Software angewandt werden.
    • Die Befreiung der Lizenzgebühren ist während der Dauer der steuerlichen Abschreibungen der aktivierten Aufwendungen für die Entwicklung von Patenten und Nutzungsprogrammen möglich
    • Einführung der Patentbox - Steuerfreiheit für Erzeugnisse
      • Die Befreiung kann nicht auf Einnahmen aus ausschließlich gekauften Patenten, Nutzungsformeln, Designs oder Software angewandt werden.
      • Die Befreiung der Lizenzgebühren ist während der Dauer der steuerlichen Abschreibungen der aktivierten Aufwendungen für die Entwicklung von Patenten und Nutzungsprogrammen möglich
  • Änderungen bei Unternehmensumgründungen
    • Die Novelle bringt aus unserer Sicht eine negative Änderung im Bereich der Unternehmensumgründungen wie z. B. Zusammenschlüsse, Verschmelzungen, Sacheinlagen.  Bisher konnten juristische Personen die Unternehmensumgründungen auf zwei Arten für steuerliche Zwecke realisieren: (i) in ursprünglichen Preisen, wenn die Unternehmensumstrukturierung steuerlich neutral war und keine nachträgliche Steuerbelastung zum Zeitpunkt der Unternehmensumstrukturierung entstanden ist oder (ii) in realen Werten, wenn die Besteuerung zum Zeitpunkt der Unternehmensumstrukturierung erfolgt.
    • Durch die Gesetzesnovelle werden die inländischen Unternehmensumstrukturierungen nur in realen Werten realisiert werden können. Dies kann zu einer wesentlichen Steuerbelastung führen.
      • Einführung der Exit tax
        • Die Bestimmung kommt zur Anwendung, wenn sich eine juristische Person z.B. entscheidet, ein Produktionswerk von der SR in das Ausland zu verlagern und die Produktion im Ausland fortzuführen. In einem solchen Fall muss der Steuerzahler das Vermögen und die Verbindlichkeiten zu realen Werten bewerten und die Differenz zwischen dem realen Wert und dem steuerlichen Wert zum Zeitpunkt der Verlagerung des Produktionswerks ins Ausland besteuern. Das Ziel besteht darin, den ökonomischen Wert aller Kapitalgewinne, die auf unserem Gebiet geschaffen wurden, zum Zeitpunkt des Abgangs zu besteuern.
        • Es ist möglich, die Geltendmachung der Exit tax in Raten während 5 Jahren zu entrichten.
        • Die Bestimmung ist aus der EU-Richtlinie übernommen.
      • Einführung der CFC-Regeln – Regeln für kontrollierte ausländische Gesellschaften
        • Unter einer kontrollierten ausländischen Gesellschaft eines Steuerzahlers wird eine juristische Person oder ein Subjekt mit dem Sitz im Ausland verstanden, wenn  
          • der Steuerzahler selbst oder zusammen mit verbundenen Unternehmen einen direkten oder indirekten Anteil am Stammkapital oder an den Stimmrechten oder einen Gewinnanteil von mehr als 50% hat,
          • die von der kontrollierten ausländischen Gesellschaft im Ausland gezahlte Körperschaftsteuer niedriger ist als die Differenz zwischen der Körperschaftsteuer der kontrollierten ausländischen Gesellschaft gemäß unserem Einkommensteuergesetz und der Körperschaftsteuer, welche die kontrollierte ausländische Gesellschaft im Ausland zahlen würde.  
          • Ein slowakischer Steuerzahler, der einen Anteil an einer ausländischen kontrollierten Gesellschaft – wird die Steuer nach slowakischen Regeln für die Berechnung der Körperschaftsteuer berechnen müssen; wird derartig ermittelte Steuer höher sein als die im Ausland bezahlte Steuer, hat er diese Differenz in der SR nachzuzahlen.
          • Diese Regel soll nur dann angewandt werden, wenn die Steuerbasis der slowakischen Gesellschaft durch die Verlagerung der Transaktionen über ausländische kontrollierte Gesellschaften künstlich reduziert wurde.